TAGEBUCH EINES VERIRRTEN (17/001)

oder die Suche nach dem Sinn meines Lebens

07.09.2017

Hallo unbekannter Freund,

Du hast sehr lange nichts mehr von mir gehört. Das hatte verschiedene Gründe. Der entscheidende ist jedoch, ich war einfach nicht in der Stimmung zum Schreiben. Es war mal wieder alles so anstrengend und der Kampf irgendwie dennoch zu funktionieren ließ mir weder die Kraft noch die Zeit dazu.

Heute war nach anfänglicher Trägheit doch noch ein ganz guter Tag. Ich bin gegen acht Uhr zum ersten mal aufgewacht und beschloß mich gleich wieder aufs Ohr zu hauen. Gegen elf wurde ich dann erneut munter und zwar richtig. Ich erwachte direkt aus einem Traum und mit dem festen Entschluß meiner Mutter mitzuteilen, daß ich die Schule hinschmeißen werde! :mrgreen:

Schnell war mir klar, diese Entscheidung kommt etwas spät, denn ich bin auch schon 43 und die Schule liegt schon weit hinter mir. Trotzdem, es bleibt ein Entschluß zum rigorosen Wandel…! Ich träume nur selten (bzw. ich erinnere mich nur selten daran, wenn man der Wissenschaft glaubt) und deshalb messe ich dem dann schon immer eine tiefere Bedeutung zu und überlege, was mir der Traum sagen will.

Eventuell will mich mein Unterbewußtsein ermutigen meine Arbeit zu kündigen, aber lieber keine Kurzschlußreaktion. Aber sicher soll ich endlich ins Handeln kommen. Ich habe dann erst mal begonnen in der Küche ein wenig Ordnung zu machen und dabei habe ich viel über diesen Blog hier nachgedacht und beschlossen heute endlich wieder was zu posten. Auch für Zukünftige Beiträge habe ich schon einige Ideen entwickelt. Leider machte mir genau das es beträchtlich schwerer dies hier zu schreiben. Mir geht schon wieder so viel gleichzeitig durch den Kopf, daß es schwer ist sich auf diesen Text zu konzentrieren und nicht vom Hundertsten ins Tausende zu kommen.

Nachdem ich eine Weile geputzt hatte, machte ich mir einen leckeren grünen Saft und wollte mich dann an den PC setzen, die E-Mails checken und dannach schreiben. Leider habe ich zunächst mal den Saft verschüttet und weil mein Tisch, ich muß es zugeben, total überfüllt und zugekramt ist, hat die Beseitigung der Sauerei auch einige Zeit gekostet. 😳 Besonders ärgerlich – gestern ist mir das selbe schon mal passiert. 🙄

Muß auch eine Botschaft meines Unterbewußtseins sein. Aber was sollte ich nun tun, den Tisch endlich richtig aufräumen oder dem Drang zu schreiben nachgeben? Tisch trockenlegen, aber dann erst E-Mail checken, Blog schreiben und später (vielleicht) weiter aufräumen entschied ich. Eventuell hätte ich auch das Internet meiden sollen und gleich schreiben ohne zuvor die E-Mails zu sichten? Wer weiß…?

Mit dem Schreiben lief´s dann auch erst mal nicht so glatt. Das Notebook wollte mich in den Wahnsinn treiben, denn ständig sprang der Cursor sonst wohin und das Text-Programm machte seltsame Sachen. Zunächst versuchte ich deshalb das Touchpad über die Systemsteuerung auszuschalten, was sich als unmöglich erwies, ich hätte so nur den Treiber deinstallieren können. Soweit wollte ich dann doch nicht gehen.

Also klebte ich das vermaledeite Ding mit einem Stück Pappe zu, was nur wenig Besserung brachte. Man kann einfach nicht arbeiten, wenn nach drei Wörtern der Cursor irgendwo in den bereits geschriebenen Text springt und dort den neuen Text einfügt, oder bereits geschriebenes überschreibt oder löscht, oder wenn irgendwelche Fenster aufgehen und plötzlich Programme starten. *arrg!* 👿

Also unterbrach ich meine Schreibarbeit und suchte im Internet nach einer Lösung, zum Glück fand ich den nötigen Hinweis schnell und konnte mit der richtigen Tastenkombination das nervige Touchpad, mit dem ich nie klar gekommen bin, ausschalten – Hurra!

Soviel zu meinen heutigen Aktivitäten, jetzt noch ein paar Gedanken:

 

Torschlußpanik

Ich habe gerade eine sehr angenehme Zeit hinter mir. Mein üblicher Monat Sommerurlaub, den ich als Theatermitarbeiter habe, ob ich will oder nicht und davor war ich wegen psychischer Erschöpfung, man könnte es wohl auch „Burn-out“ nennen, schon für sechs Wochen krankgeschrieben. Also zweieinhalb Monate ohne Zwänge, kein Wecker, keine Pflichten. Ich habe einfach nur getan, wonach mir war, habe ausgeschlafen, lange Spaziergänge gemacht und darüber nachgedacht wie es weitergehen soll.

Und gerade letzteres bereitet mit doch große Sorgen, denn ich weiß es nicht. Eigentlich möchte ich gerne ewig so weitermachen und mich von Tag zu Tag treiben lassen. Ich fürchte ich bin ein Mensch ganz ohne jeden Ehrgeiz, es gibt nichts auf dieser Welt das mich so begeistern kann, daß ich mich für längere Zeit, oder gar für immer voller Begeisterung damit beschäftigen könnte. Zumindest habe ich es noch nicht gefunden.

Ich wäre gerne „Privatier“ so wie man das aus Agatha Christi-Romanen kennt. Kein großer Reichtum, nur so viel damit ich nie hungern oder frieren muß. Leider fehlt mir dazu das Einkommen 😉 Ich habe mir jetzt einfach mal ein Los der Aktion-Mensch-Lotterie gegönnt, mit der Chance eine lebenslange Rente zu gewinnen. Denn außer einem Lotteriegewinn sehe ich hierzu keine reale Möglichkeit. Falls Du eine Idee hast wie ich mir diesen Traum sonst verwirklichen könnte, freue ich mich über Deine Vorschläge!

Was hat das jetzt mit Torschlußpanik zu tun?

Naja, das ganze Jahr über sind immer wieder Sachen liegen geblieben, die ich im Urlaub dann erledigen wollte. Aber als es nun soweit war, war ich so froh erst mal gar nichts machen zu MÜSSEN, daß ich einfach nur die Ruhe genossen habe und jetzt ist der Urlaub fast vorbei, am Montag muß ich wieder rann und nichts hab ich gemacht! Und ich weiß, wenn ich erst mal wieder arbeiten muß, werde ich es kaum noch schaffen irgendwas großartiges zu schaffen.

Heute hat mich dann spontan der Tatendrang ereilt und am liebsten würde ich jetzt 100 Blog-Artikel schreiben, die Küche renovieren, den Dachboden aufräumen und die gesamte Wohnung ausmisten und meinen Besitz deutlich reduzieren, gründlich aufräumen und putzen, ein paar Klamotten nähen, flicken und ändern usw. Das ist natürlich völlig utopisch, aber so geht es mir immer und immer und immer wieder. Wenn ich Zeit habe, fehlt mir die Energie irgendwas anzupacken und wenn die Zeit fast um ist, ärgere ich mich daß ich soviel Zeit verschwendet habe und möchte alles noch schnell machen. Da das nicht geht bin ich wütend und enttäuscht weil ich schon wieder versagt habe. Kennst Du das auch?

Durch diese Selbstverurteilung wird es natürlich nicht besser, im Gegenteil und ich weiß, daß ich nicht hätte anders Handeln können, denn ich brauche diese ausgeprägten Ruhephasen für meine psychische Gesundheit. Früher hielt ich mich deswegen für einen Versager, bis ich durch einen Online-Kongress erkannte, das ich hochsensibel bin und dieses große Ruhebedürfnis daher kommt. Für mich war es eine große Befreiung endlich eine Erklärung für meine, im Vergleich zu meiner Umwelt mangelnde Leistungsfähigkeit zu haben. Leider bringt mich dieses Wissen im Alltag nicht viel weiter, es hilft zwar mich nicht auch noch selber abzuurteilen, aber leistungsfähiger werde ich dadurch halt auch nicht.

Ich habe in den vergangenen Wochen so viele Pläne gemacht und möchte so vieles ändern, aber ich habe unglaublichen Schiß davor am Montag wieder zur Arbeit zu gehen und meine gesamte Energie in diesen Job zu investieren, den ich nur mache um Geld zu verdienen und der mich dabei so auslaugt, daß ich meine Freizeit hauptsächlich damit verbringe mich zu erholen um weiter arbeiten zu können. Ich habe in letzter Zeit so oft überlegt zu kündigen, aber ich kann mich (noch) nicht dazu überwinden, da ich keine Alternative sehe. Andererseits komme ich immer mehr zu dem Schluß, daß ich die Alternative gerade deshalb nicht sehe, weil mir der Job im Weg steht…

Ich habe das Gefühl, mein Leben rauscht an mir vorbei und ich bekommen kein Bein auf den Boden. Es ist noch nicht lange her, da war mir das scheißegal, da habe ich stumpfsinnig mein Leben abgesessen und gehofft bald und plötzlich zu sterben, damit ich es endlich hinter mir habe. Aber dann bin ich meinem Einhorn begegnet* und ich bin aufgewacht. Seitdem will ich nicht mehr so leben, aber da raus zu kommen ist echt nicht einfach!

 

Wie geht’s weiter?

Keine Ahnung, ich habe wie gesagt ein paar Ideen entwickelt, aber nichts konkretes. Jedenfalls möchte ich den Blog wieder beleben und dazu habe ich dies neue Format angefangen, das „Tagebuch eines Verirrten“, dort möchte ich in Zukunft von meinem Aktuellen Zustand berichten, was mich freut, ärgert oder runter zieht und was ich tue um einen neuen Weg zu finden, oder auch nur zu überleben. Ob das für Dich interessant wird weiß ich nicht, vielleicht hilft es aber mir bei meiner Entwicklung.

Ich habe noch eine kleine Serie auf Lager die ich in meinem Urlaub während einer Fasten-Woche geschrieben habe. Es ist ebenfalls ein Tagebuch und da ich in dieser Zeit eine Entscheidung getroffen habe, die hoffentlich meine Zukunft stark beeinflussen wird, möchte ich die Texte nach und nach durch arbeiten und veröffentlichen.

Ich habe zwar geschrieben, ich sei ein Mensch ohne Ehrgeiz, aber ich habe natürlich auch meine Ziele und Träume, die ich schon auch gerne irgendwie verwirklichen möchte. Mir fehlt nur diese überwältigende Motivation, die es diesen erfolgreichen Menschen von denen wir immer hören und lesen, ermöglicht alles zu überwinden. Dennoch, ich will den Kopf nicht mehr in den Sand stecken und gar nichts tun. Ich werde Euch von diesen Träumen und Zielen erzählen, werde mich bemühen nach meinen Kräften darauf zu zu gehen und auch davon berichten. Und wer weiß vielleicht hilft es schon weiter wenn ich diese Ideen und Wünsche offen in die Welt hinaus lasse, anstatt sie weiter in meinem Herzen zu versiegeln.

Wenn ich all das, was ich mir da vorgenommen habe auch schaffen will, werde ich sehr viel mehr Energie benötigen, als ich sie bislang habe aufbringen können. Aber wenn die Richtung die richtige ist, sollte ich auf ein wenig Unterstützung des Universums hoffen können und alles wird sich irgendwie finden – Drück mir die Daumen und wenn Du magst, schick mir ein bisschen positive Energie 😉

Ich wünsche Dir jedenfalls viel Erfolg und Kraft für alles was Du Dir vornimmst!

Liebe Grüße

Rufus

 

* Die Einhorn-Geschichte wird auf jeden Fall auch noch fertig erzählt, versprochen. Ich weiß nur noch nicht wann. Ich hab da ein wenig den Faden verloren und aufgrund eines Festplatten-Crashs auch alle Sammlungen von Entwürfen, Ideen und Bildern die ich je für diesen Blog angelegt hatte, weshalb ich alles noch mal durchgehen muß um mein Konzept neu zu entwickeln. Darum bitte ich um Geduld, aber ich möchte diese Geschichte los werden und deshalb wird sie kommen…

Ein Gedanke zu „TAGEBUCH EINES VERIRRTEN (17/001)

  1. Lieber Rufus,

    dieser Text spricht mir aus der Seele. Der Kreislauf der Selbstvorwürfe, des Zweifels und der Verurteilung kenne ich auch zu gut gut und ist eine schlimme selbst Sabotage. Auch die Ideenflut ist hier wohl bekannt.

    Bin gespannt wie es bei Dir weitergeht, habe deinen Blog erst heute entdeckt und habe ähnliche Pläne wie du sie schon beginnst umzusetzten.

    Liebe Grüße aus der Nähe, der b.

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