Frühjahrsputz & Umweltschutz

Foto von Jürgen Sander

Ich will aktiv werden gegen Umweltverschmutzung!             … und Du?

Bereits im vergangenen Jahr hatte ich begonnen mit meinen eigenen bescheidenen Möglichkeiten etwas gegen all den Müll zu unternehmen, den meine Mitmenschen so großzügig in der Landschaft hinterlassen.

Angefangen hat das ganze als ich mit dem Barfuß-laufen begann. Denn wenn man ohne Schuhe unterwegs ist, achtet man viel mehr darauf wohin man tritt und so sieht man den ganzen Dreck, der da überall auf dem Boden liegt, ganz bewußt. Zunächst achtet man natürlich in erster Linie auf die gefährlichen Sachen, wie Glasscherben und andere scharfkantige oder spitze Gegenstände, an denen man sich verletzen könnte. Oder auch auf eklige Sachen wie Hundekot, wobei der eigentlich noch das harmloseste ist was da so rum liegt. Immerhin ist Scheiße biologisch abbaubar, verschwindet nach ein paar Regengüssen von selbst und man kann sich nicht dran verletzen.

Nachdem ich mich meinen ganzen ersten Barfuß-Sommer lang über die Rücksichtslosigkeit geärgert hatte, begann ich im letzten Frühjahr damit, erst mal die Glasscherben zu entfernen, die auf meinen Standartstrecken lagen. Das ist einfacher und sicherer als diesen immer wieder auszuweichen, dachte ich.

Bei meinen Spaziergängen an der Wertach begann ich schließlich auch allen anderen Abfall aufzusammeln. Zunächst war ich sehr enthusiastisch und fleißig und verbrachte ein paar Stunden in der Woche mit dieser Tätigkeit. Häufig verbrachte ich viel mehr Zeit damit als ich vorgehabt hatte und arbeitete bis mich die hereinbrechende Dunkelheit stoppte.

Mit der Zeit machte sich jedoch eine gewisse Resignation breit, denn bei all dem Müll der täglich hinterlassen wird, konnte ich unmöglich mit meinen Aufräumaktionen hinterher kommen.

Dann kam mein Gärtchen in mein Leben und beanspruchte einiges meiner Zeit. Außerdem wollte ich auch einfach mal wieder einen zügig-sportlichen Spaziergang oder eine Wanderung machen, ohne mich ständig nach Müll zu bücken (so wie hier) und kaum einen Kilometer in der Stunde dabei zurück zulegen. Auch wollte ich lieber Wildkräuter für mein Abendessen sammeln, anstatt den Dreck anderer Leute wegzumachen. So schlief meine Müllbeseitigungs-Aktivität zum Jahresende hin immer mehr ein.

Für einen einzelnen Menschen ist das nicht zu schaffen und auf Dauer macht man sich nur kaputt wenn man es dennoch versucht. Über den Winter war es mir dann auch schlichtweg zu kalt um Stundenlang durchs Gelände zu kriechen beim aufklauben von Unrat.

Nun kommt langsam der Frühling ins Land, der Boden taut auf und es ist wieder möglich länger Barfuß unterwegs zu sein. Und seit der Schnee verschwunden ist, mußte ich erkennen, daß sich über den Winter Unmengen von Müll angesammelt haben. Es ist echt zum heulen…

 

Ich muß einfach was dagegen machen!

So viel wie im letzten Jahr kann und will ich aber nicht mehr machen. Ich möchte meine Zeit an der Wertach gerne auch genießen und nicht nur Müll sammeln. Deshalb habe ich mir vorgenommen mindestens 1 mal in der Woche Müll zu sammeln und nie länger als eine Stunde am Tag. Außerdem picke ich auch immer wieder ein wenig Abfall im vorbeigehen auf.

Ich weiß, das ist nicht viel und nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Mancher würde sagen, das kann ich mir auch gleich sparen. Aber dies ist nur Teil 1 meines Plans.

 

UmweltPutz – Augsburg

Teil 2 soll die Gründung einer Facebook-Gruppe sein! Bei meinen letztjährigen Sammelaktionen bin ich immer wieder Menschen begegnet, die gut fanden was ich tat, einige davon erzählten mir sie würden das auch gelegentlich machen.

Deshalb möchte ich nun mit „UmweltPutz – Augsburg“ eine neue FB-Gruppe ins Leben rufen um diese Menschen zu vernetzen. Mein Ziel ist es zum Einen dafür zu sorgen, daß wir „Müllsammler“ sehen: Wir sind nicht alleine, es gibt noch andere da draußen!

Zum Anderen möchte ich all jene, die bislang noch nicht aktiv sind, sich aber über den Abfall ärgern, dazu inspirieren selbst etwas zu unternehmen und mit gutem Beispiel voran zu gehen und zu handeln, anstatt nur zu fordern, daß irgendeine Behörde etwas dagegen unternehmen soll.

Die Botschaft soll sein, daß jedes noch so kleine Fetzchen Müll, welches man aufhebt und ordentlich entsorgt, ein wertvoller Schritt in die richtige Richtung ist. Es ist nicht nötig, daß man Stunden mit Müllsammeln verbringt. Wenn sich nur jeder, jede Woche ein wenig Zeit dafür nähme, wäre unsere Umwelt schon bald viel sauberer!

Um möglichst viele Menschen zu erreichen, soll das Ganze zunächst einmal als öffentliche Gruppe starten, jeder soll sehen können was hier gepostet wird, denn ich möchte einerseits zeigen wie viel Müll tatsächlich herum liegt, um die Leute aufzuwecken und die Dimensionen bewußt zu machen. Wir sind leider schon so sehr an den allgegenwärtigen Müll gewöhnt, das wir ihn kaum noch wahrnehmen.

Ich möchte, daß möglichst viele Menschen als Mitglieder in die Gruppe kommen und zeigen was sie selbst dagegen unternehmen. Ich möchte, daß wir uns gegenseitig inspirieren, aufmuntern, zu gemeinschaftlichen Aktionen verabreden und uns auch gegenseitig auf die Schulter klopfen und loben für unser Engagement, damit wir es schaffen weiter zu machen, denn ohne das kann es echt frustrierend sein… 😉

Wie aus dem Namen hervorgeht möchte ich hier hauptsächlich die Augsburger „Aufräumer“ vernetzen, aber es sind auch Menschen aus anderen Städten willkommen und wenn Du meine Idee gut findest, fühle Dich frei eine „UmweltPutz“ Gruppe für Deine Stadt zu gründen. Mich würde es sehr freuen wenn mein Traum von einer müllfreien Umwelt weite Kreise zieht!

Und jetzt kommt Teil 3 meines Plans:

 

Nun kommst Du ins Spiel!

Ich möchte Dich ganz direkt bitten, tue es mir gleich, gehe auch Du einmal in der Woche zum Müllsammeln, setze eine Zeit fest, die Dir nicht weh tut und wenn´s nur eine Viertelstunde ist, oder wähle eine bestimmte Fläche um die Du Dich regelmäßig kümmerst. Sammle irgendwo in Deiner Umgebung Müll auf. In einem Park, auf einem Spielplatz, einem Grünstreifen an der Straße, einem Parkplatz, mitten in der Stadt oder in der Natur, wo immer Müll herum liegt. Ich bin sicher es gibt eine Stelle ganz in Deiner Nähe, wo Du Dich nützlich machen kannst.

Wenn Du das nicht tun möchtest oder kannst, dann achte zumindest darauf keinen Müll in die Landschaft zu werfen, auch nichts kleines, wie Bonbonpapierchen (sind meist aus Plastik oder wenigstens kunststoffbeschichtet und verrotten nicht), Kronkorken oder Zigarettenkippen (die konventionellen Filter verrotten auch nicht und können z.B. von Vögeln verschluckt werden, die daran zugrunde gehen). Es ist nur ein geringer Aufwand seinen Abfall wieder mit nachhause zu nehmen oder in den nächsten Papierkorb zu werfen, aber Du leistest schon dadurch einen wertvollen Beitrag!

 

Trotz Abfallkorb!

Ich habe mir mal die Mühe gemacht allen Müll im Umkreis von ca. 2 Metern um zwei Parkbänke und einen Abfalleimer auf zu sammeln. Es hat fast eine ganze Stunde gedauert und das war die Ausbeute:

klicke auf das Bild und Du kommst zu meinem damaligen FB-Post mit Slide-Show

Zwei Wochen später habe ich an der selben Stelle erneut gesammelt:

Und das obwohl der Abfallbehälter direkt daneben steht. Ich finde das sehr traurig! 🙁

Ich würde mir sehr wünschen, daß die Müllkörbe benutzt würden und ich frage mich oft, was in den Köpfen der Leute vorgeht, die ihren Abfall einfach daneben fallen lassen oder ihren Müll irgendwo in die Landschaft schmeißen. Warum landen so viele Flaschen, auch Pfandflaschen im Gebüsch oder werden irgendwo zerschmissen. Klar, manchmal geht eine unbeabsichtigt zu Bruch, dann sollte man jedoch als verantwortungsbewußter Mensch die Scherben entfernen, aber häufig sieht es doch nach Mutwilligkeit aus.

Glasmüll am Wertachufer

Scherben aus der Wertach

Ich bin gerne draußen in der Natur und die Wertach ist ein wunderschönes Fleckchen Natur, direkt vor meiner Haustür. Ich würde meine Zeit dort gerne unbeschwert genießen und die Seele baumeln lassen, aber wenn mein Blick ständig auf all diesen gedankenlos abgeladenen Unrat fällt, werde ich ganz traurig und bekomme den verzweifelten Wunsch etwas zu ändern.

Diese Aufgabe ist soooo groß und ich fühle mich dabei so klein und hilflos. Ich hoffe jedoch mit dem, was ich hier tue einen kleinen Impuls in die richtige Richtung geben zu können. Ich würde mich riesig freuen, wenn ich Dich inspirieren konnte auch ein wenig an dieser Aufgabe mit zu arbeiten und wenn Du mich unterstützen würdest indem Du diesen Artikel teilst!

Hoffnungsvolle Grüße                                                                                                             Rufus

 

3 Gedanken zu „Frühjahrsputz & Umweltschutz

  1. Lieber Rufus,
    ich finde deine Idee sehr löblich und hoffe, du findest Menschen in deiner Umgebung, die deine Idee mittragen. Denn – wie du schreibst – alleine bist du damit einfach überfordert.
    Auch Mein Herz blutet, wenn ich in der Natur Abfälle sehe – ja, es macht mich traurig und auch immer wieder wütend. Ich kann es nicht verstehen, dass Menschen so ignorant oder achtlos sein können. Aber ich spüre auch einen gewissen Widerstand dagegen, den Mist der anderen wegzuräumen.
    Ich mache es ab und zu, wenn ich den Impuls verspüre – aber ich mag es mir nicht zur steten Aufgabe machen – deshalb würde ich hier auch keine regelmäßige Verpflichtung eingehen wollen.
    In meiner näheren Umgebung hält sich die Verschmutzung Gott sei Dank in Grenzen, d.h. in meinen Lieblings-Naturräumen kommt fast keine Verschmutzung vor. Aber ich habe auch schon schlimme Zustände gesehen – z.B. in Bali oder auch in Griechenland.

    In mir ist da immer noch ein Idealist, der meint, es wäre möglich das Bewusstsein der Menschen für die Kostbarkeit von Mutter Erde zu öffnen – und dass damit dann die obige Aufgabe überflüssig würde.
    Bei uns werden solche Natur-Reinigungs-Aktionen öfters von Lehrern und Schülern durchgeführt. Das finde ich sehr gut, weil ja die jungen Menschen die künftige Generation darstellen und wenn sie das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Naturschutzes in sich tragen, dann werden sie sich als Erwachsene wohl auch dementsprechend benehmen.

    Tja, soweit meine Gedanken dazu. Alles Gute für dein Herzensprojekt!
    Lieben Gruß,
    Verena

    • Liebe Verena,
      Deinen Widerstand, den Dreck anderer wegzumachen kann ich gut verstehen, ging mir auch lange so und auch jetzt ärgere ich mich noch darüber, das ich das tun „muß“, weil jene die es verursachen es leider nicht selbst in Ordnung bringen werden. Ich muß natürlich nicht wirklich, denn niemand außer mir selbst erlegt mir diese Pflicht auf.
      Aber während ich mich über all den Dreck geärgert habe, hat sich durch das Barfuß-laufen und die Rohkost auch irgendwie mein Bewußtsein verändert und ich bin zu der Erkenntnis gelangt, das der einzige Mensch den ich aktiv verändern kann ich selber bin. Alle anderen Menschen kann ich höchstens durch mein Vorbild dazu bewegen, daß sie sich selbst auch ändern wollen.
      Ich habe auch den Eindruck durchaus etwas bewirken zu können. An der Wertach wird viel gegrillt und es kommt durchaus vor, das ich Müll aufsammle während Andere ein paar Meter weiter am feiern sind. Diese Lagerplätze sind, wenn ich am nächsten Tag wieder vorbeikomme, meist sauber und ich bilde mir gerne ein, daß meine Aktion dafür gesorgt hat, daß sie selbst keinen Schmutz hinterlassen, den dann andere aufsammeln müssen. Das klappt natürlich nicht immer und es gibt auch genug verantwortungsbewußte Menschen die ohnehin ihren Müll wieder mitnehmen.
      Nun ja, auch wenn das was ich tue nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, es hilft das Gefühl der Hilflosigkeit beim Anblick all des Abfalls ein wenig zu mildern, wenn ich mir guten Gewissens sagen kann: „Ich mache was ich kann, um etwas daran zu ändern!“
      Ob es bei uns heute auch noch solche Schülerprojekte gibt weiß ich nicht, als ich noch Schüler war, waren wir einmal mit unserem Lehrer beim Müllsammeln. Die Greenpeace-Gruppe soll angeblich gelegentlich Aktionen machen, aber selbst mitbekommen habe ich davon noch nichts und ich arbeite dann auch lieber eher spontan.
      Meine FB-Gruppe hat in 24 Stunden über 20 Mitglieder gewonnen, ich sehe das als gutes Zeichen! Und wenn sich Dein Traum, daß die Menschen so umweltbewußt werden, das solche Aktionen nicht mehr nötig sind, werde ich glücklich sein!
      Liebe Grüße
      Rufus

      • Lieber Rufus,
        es freut mich, dass deine FB-Gruppe gleich so viele Mitglieder bekommen hat und dass deine Vision so ihrer Verwirklichung näher kommt.
        Alles Liebe,
        Verena

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