Die erste Begegnung mit dem Einhorn (2/2)

Weg des Wandels, Teil 4                               Kapitel 1 – Das Einhorn, Teil 2

 

…wo war ich steh´n geblieben – Ach ja, er hatte mich angesprochen und ich habe mich gerade ein wenig blamiert. Er schien jedoch nicht weiter enttäuscht, daß ich ihn nicht erkannt hatte…

Die erste Begegnung – Fortsetzung

Opernsänger stellt man sich irgendwie ganz anders vor, was vermutlich daran liegt, daß man sie nur von der Bühne kennt und da sind sie entweder gemäß der Inszenierung kostümiert und geschminkt oder man sieht sie bei Konzerten und Galen in Abendgarderobe. Zudem hat man immer den beleibten Pavarotti im Kopf wenn man an Opernsänger denkt. Was da vor mir stand, oder viel mehr auf seinem Fahrrad saß, weckte eher die Assoziation zu einem Surflehrer. 🙂

Danach habe ich mir unsere Sänger mal genauer angesehen und ich muß ehrlich sagen, keiner sieht wie ein Opernsänger aus wenn er nicht öffentlich als solcher Auftritt. 😉

Es ist schon eine komische Sache, auch wenn man sich bemüht Vorurteile und Klischees zu vermeiden, hat man doch gewisse Vorstellungen im Kopf. Ich zumindest ertappe mich immer wieder dabei, geht Dir das auch so?

Nach einem kurzen Gespräch verabschiedete er sich mit Worten die mich hoffen ließen, man würde sich nun öfter mal begegnen. Leider sollte viel Zeit vergehen ehe wir uns wieder sahen. In der Zwischenzeit nutzte ich die nächste Gelegenheit ihn als „Don Giovanni“ auf der Bühne zu sehen. Die erste Oper der kommenden Spielzeit und die Kostüme dafür hielten bereits langsam in unsere Werkstatt Einzug.

Ich hatte letztlich sogar das Glück einen Teil seines Kostüms zu nähen. Nach dieser Begegnung hat es mir besondere Freude gemacht wenn ich seine Kostüme nähen durfte. Es ist einfach etwas anderes, wenn man die Person für die man näht als sympathischen Menschen kennengelernt hat, zumindest mir geht das so.

Wenn ich mich recht erinnere, dürfte dieses erste Treffen im Frühling oder Frühsommer 2012 stattgefunden haben und auch wenn es einen auffallend positiven Eindruck und ein gewisses Glücksgefühl hinterlassen hatte und mir bis heute sehr bildhaft in Erinnerung geblieben ist, maß ich dem damals keine besondere Bedeutung bei.

Das dieser Mann einmal mein Leben verändern sollte, habe ich nicht geahnt und ich hätte es auch nicht geglaubt, wenn es mir jemand prophezeit hätte. Für ein Einhorn hielt ich ihn damals noch nicht und auch jetzt ist er keines. 😉 Er hat diese Rolle, nur für mich, für eine Weile verkörpert.

An diesem sonnigen Tag fand ich es einfach nur schön einen so netten Menschen kennengelernt zu haben und es war ein gutes Gefühl, als Person und nicht nur als Frisur wahrgenommen zu werden.

So fing das Ganze also an. Zwei Jahre sollten vergehen bis die Geschichte meiner Heilung endlich ins Rollen kam, aber ohne diese Begegnung wäre alles, was noch folgt, nie möglich gewesen. Natürlich könnte man den Beginn der Geschichte auch noch weiter in der Vergangenheit suchen. Als ich meinen Job im Theater begann, oder schon als ich mich dort bewarb, aber dazu mußte ich ja erst die Ausbildung machen und wie kam es dazu… Nun ja irgendwo muß ich in die Ereignisse einsteigen wenn ich nicht bei meiner Geburt anfangen und mein ganzes Leben schildern will. Mir erschien dieses Ereignis er perfekt geeignet.

                                                                                             …Fortsetzung folgt!

 

Hat es auch solch einen Tag in Deinem Leben gegeben, von dem Du rückwirkend denkst, „Wenn ich dieser Person nicht begegnet oder dieses Ereignis nicht geschehen wäre, wäre mein Leben anders verlaufen!“ Aber als es geschah schien es nicht allzu bemerkenswert?

Liebe Grüße                                                                                                       Rufus

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